Fallstricke bei Earn-Outs: Was Sie wissen sollten

Dr. David Hoeflmayr

Experte für Unternehmenswertsteigerung

Beim Verkauf eines Unternehmens wird der Kaufpreis oft nicht vollständig sofort bezahlt. Ein Teil des Kaufpreises wird erst 1-3 Jahre später anhand bestimmter Kenngrößen ermittelt. Diese Zahlung, bekannt als „Earn-Out“, kann ein Drittel oder mehr des gesamten Kaufpreises ausmachen.

Gründe für einen Earn-Out

  1. Sicherstellung der Motivation: Der Käufer möchte sicherstellen, dass die Unternehmer auch nach dem Verkauf weiterhin motiviert mitarbeiten, anstatt nur ihren Arbeitsvertrag zu erfüllen.
  2. Unterschiedliche Preisvorstellungen: Der Verkäufer möchte, dass die guten Zukunftsaussichten des Unternehmens berücksichtigt werden. Der Käufer will nur zahlen, wenn diese Erwartungen tatsächlich eintreten.

Ein Earn-Out scheint eine gute Lösung zu sein. Doch wo liegen die Probleme?

Potenzielle Probleme bei Earn-Outs

Beispiel: Angenommen, Sie verkaufen Ihr Unternehmen für 10 Mio. €. Davon werden 3 Mio. € erst später gezahlt, wenn das EBIT im zweiten Jahr mindestens 2 Mio. € beträgt.

  1. Unklare Zielerreichung: Es kann Meinungsverschiedenheiten über die Bewertungsmethode, Rechnungsabgrenzungen oder Mietkauf geben, die das Erreichen des EBIT-Ziels beeinflussen.
  2. Interne Entscheidungen: Der Käufer könnte durch Gesellschafterbeschluss eine große Investition erzwingen, die das Earn-Out-Ziel unerreichbar macht.
  3. Unvorhergesehene Ereignisse: Unerwartete Ereignisse wie ein nicht ausgelieferter Auftrag, neue Gesetze oder andere Faktoren können das Erreichen der Ziele verhindern.

Ein amerikanisches Gericht formulierte das Problem so:

„Ein Earn-Out verwandelt die heutige Meinungsverschiedenheit über den Preis oft in einen morgigen Rechtsstreit über das Ergebnis.“

Da man nicht alle Eventualitäten vorhersehen kann, ist es nicht unüblich, dass Earn-Out-Klauseln im Kaufvertrag 30-50 Seiten lang sind. Dennoch kann später etwas passieren, an das niemand gedacht hat.

Was können Sie tun?

  1. Einigen Sie sich auf einen festen Kaufpreis: Oft ist es für beide Parteien besser, sich auf einen Kaufpreis zu einigen, auch wenn er am Rande der Komfortzone liegt.
  2. Detaillierte Vertragsgestaltung: Wenn ein Earn-Out unvermeidbar ist, sollten Sie keine Anwaltskosten scheuen, um den Kaufvertrag so detailliert wie möglich zu gestalten.
  3. Vorbereitung auf spätere Entscheidungen: Stellen Sie sich darauf ein, dass Jahre später ein Schlichter oder ein Gericht über Ihren Earn-Out entscheiden könnte.
  4. Kontrollierbare Ziele: Die besten Earn-Out-Ziele sind gut kontrollierbar, einfach messbar und kurzfristig erreichbar.
  5. Realistische Planung: Planen Sie nicht fest mit den Earn-Out-Zahlungen, sondern betrachten Sie sie als möglichen Bonus.

Lassen Sie uns darüber sprechen, wie Sie potenzielle Fallstricke bei Earn-Outs vermeiden können!

Über den Autor

Dr. David Hoeflmayr begleitet Unternehmer bei Unternehmensnachfolge und strategischer Wertsteigerung.
Mit über 20 Jahren Erfahrung als Geschäftsführer in der Industrie, akademischem Hintergrund in Jura, Wirtschaft und Psychologie sowie Lehrtätigkeit an der TU München verbindet er Praxis, Strategie und Wissenschaft.
Sein Fokus liegt darauf, Unternehmen übergabefähig zu machen, Risiken zu reduzieren und nachhaltige Werte für die nächste Generation zu schaffen.

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